Pille gegen Liebeskummer: Schmerzmittel sollen angeblich helfen

Paracetamol und Ibuprofen sollen auch bei seelischen Schmerzen helfen.

Handelsübliche Schmerzmittel haben Einfluss auf unsere Emotionen und unser Verhalten. Bei Liebeskummer sollen Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Doch soll man Pillen gegen seelische Schmerzen nehmen?

Psychologen der Universität in Santa Barbara (USA) haben jetzt einen wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht, der beschreibt, dass die handelsüblichen Schmerzmittel Einfluss auf unsere Emotionen und sogar auf unsere Gedanken haben. Falls das wirklich stimmen sollte, dann muss die Ärztekammer die freie Verfügbarkeit dieser Mittel noch mal scharf überdenken. Aber jetzt erst Mal zu den Ergebnissen. Naomi Eisenberger von der Uni in LA wird in der Süddeutsche Zeitung so zitiert: " Soziale und physische Schmerzen überlappen sich im Gehirn. Wer ausgegrenzt und einsam ist, reagiert oft schmerzempfindlicher". Dass das so ist, ist bereits seit 2003 bekannt. Die Nerven sind so eng verknüpft, dass psychische und körperliche Schmerzen oft eins sind. 2010 wurde dann eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass Menschen, die regelmäßig Schmerzmittel nahmen sich entspannter mit Dingen wie Kränkungen im Alltag zeigten. Grund: Die Tabletten schränken die neuronale Aktivität im limbischen System ein das vor allem bei emotionalen Belastungen aktiv wird.

Aber nicht nur der eigene Kummer wird entspannter wahrgenommen, auch das Mitgefühl leidet unter den Tabletten. Menschen reagierten demnach in Versuchen weniger mitfühlend, wenn sie Paracetamol eingenommen hatten. Krass. Finden wir. Denn jeder kann Schmerzmittel in der Apotheke kaufen. Und mal ganz ehrlich, wer will bei Liebeskummer schon gut drauf sein? Der Schmerz ist ja ein Alarmsignal des Körpers und wer mit Tabletten ständig seinen Schmerz unterdrückt, kann wichtige Hinweise des Körpers nicht mehr wahrnehmen. Also Leute, Finger weg von zu vielen Tabletten!

Donnerstag, 08. Februar 2018

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